Praxisseminar “Technische Hilfe”

Seminar Technische Hilfe von Rettungsdienst und Feuerwehr

Am 11. und 12. Oktober wurde ein umfangreiches Seminar im Bereich der Technischen Hilfe durchgeführt. Aus dem Rettungsdienst des Kreises Herford nahmen mehrere Notfallsanitäter/innen und Auszubildende teil. Die Feuerwehr Löhne war mit der hauptamtlichen Wache und den Einheiten Löhne Obernbeck und Mennighüffen vertreten.

Initiiert durch Alexander Becker von der Feuer- und Rettungswache Löhne liefen die Planungen schon seit Anfang des Jahres. Ziel dieser Veranstaltung sollte in erster Linie die Verbesserung der Zusammenarbeit des Rettungsdienstes und der Feuerwehr an komplexen Einsatzstellen sein. Die Arbeitsweise und Schwerpunkte der jeweiligen Organisation sollte allen Teilnehmern nahegebracht werden und die strukturierte Abarbeitung geübt werden. Außerdem waren die Fallbeispiele für den Rettungsdienst und die Feuerwehr nicht alltäglich. Es wurde versucht das Seminar so praxisorientiert wie möglich zu gestalten. Hierzu wurden Fahrzeuge von KFZ Lücking und Schraubermeister Bünde zur Verfügung gestellt und entsprechend möglicher Unfallszenarien deformiert.

Dennoch gab es am Freitagabend zunächst eine theoretische Lerneinheit. Sowohl Rettungsdienst als auch Feuerwehr erläuterten ihre jeweiligen Vorgehensweisen und Standards bei Einsätzen der Technischen Hilfe. Der Samstag diente dann ausschließlich der Praxis.

Pünktlich um acht Uhr am Morgen traten die 40 Teilnehmer in kompletter Schutzausrüstung zu ihren Fallbeispielen an, welche auf dem Gelände der Feuer- und Rettungswache Löhne dargestellt wurden. Besonders die realitätsnahe Darstellung der Verletzten durch die Notfalldarstellung des Deutschen Roten Kreuz Herford –Land trug zu einem gesunden Stresslevel der Teilnehmer bei. Es wurden sowohl offene Knochenbrüche, als auch Verbrennungen und Kopfverletzungen mit Kunstblut und Schminke simuliert.

Die Teilnehmer stellten sich folgenden Szenarien:

  • Rettung einer Brandverletzten aus einer Werkstattgrube
  • Pfählungsverletzung mit einer Eisenstange
  • Auffahrunfall mit zwei Pkw
  • Rettung aus großer Höhe (Regallager)
  • Seitenaufprall mit zwei Pkw
  • Verletzung nach Überrollen durch ein Fahrzeug

Nach jeder Übung wurde mit den Teilnehmern ein Debriefing durch Beobachter aus Rettungsdienst und Feuerwehr durchgeführt. Nach einer kurzen Mittagspause stand die Abschlussübung an.

Hierbei wurde ein Auffahrunfall mit mehreren Pkw und drei Schwerverletzten auf einer Autobahn simuliert. Die Rettung wurde durch die Verletzungsmuster und auch die Lage der Pkw erschwert.

Wie im Realfall wurden die Einsatzkräfte zeitversetzt zum Einsatz gebracht, sodass das Team des ersten Rettungswagens sich zunächst allein einer Vielzahl von Verletzten gegenübersah. Mit den nachrückenden Einheiten wurden dann die Schwerpunkte der Rettung festgelegt und schnellstmöglich abgearbeitet. Die Kommunikation lief hierbei hervorragend und alle Verletzten waren nach gut 35 Minuten aus den Fahrzeugen gerettet. Die technische Rettung verlief schnell und alle Patienten wurden nach den aktuellen Behandlungsleitfäden versorgt. Den Übungsbeobachten blieb letztendlich nur noch die Kompetenz der Teilnehmer zu unterstreichen. Dennoch haben auch die Teilnehmer selbst an der ein oder anderen Stelle noch Verbesserungsmöglichkeiten erkannt.

Am Ende des Tages waren sich Alle einig…diese Art der Ausbildung gilt es regelmäßig zu wiederholen.

Bericht: Chr. Ehlert

Fotos: D. Rabeneck; Chr. Ehlert

Kommentare sind deaktiviert