Jahreshauptversammlung LZ Gohfeld Wittel

Es gibt viele gute Gründe, sich in der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren: lange Tradition, gute Kameradschaft, Teamwork, Technik auf dem neuesten Stand. Einer der wichtigsten Gründe ist allerdings der Wunsch, Menschen in Not helfen zu können – und auch die Zufriedenheit zu erleben, wenn es gelungen ist. Die Männer und Frauen im Einsatzbezirk Gohfeld Wittel sind bereit, dafür große Anstrengungen in Kauf zu nehmen und viel Arbeit über den Einsatz hinaus zu leisten. Davon konnten sich am Samstag Gäste aus Politik und Verwaltung – allen voran Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller – im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Löschzugs überzeugen.

Zu Beginn der Veranstaltung wurde den verstorbenen Mitgliedern gedacht. Im Berichtsjahr 2019 mussten die Feuerwehrleute Abschied von Jürgen Pielsticker nehmen. Pastor Teofil Nemetschek, der auch als Notfall-Seelsorger für die Feuerwehr tätig ist, spendete aber auch Trost für die im Januar 2020 verstorbenen Mitglieder Jürgen Stühmeier und den ehemaligen Gohfelder Löschgruppenführer Georg Kröpp. In das Gedenken eingeschlossen wurde auch der neunzehnjährige Feuerwehrmann, der am Tag der Jahreshauptversammlung bei einem Einsatz im Kreis Steinfurt ums Leben kam.

Dass der Feuerwehrdienst gefährlich ist, erlebten der kurz „GohWi“ genannte Löschzug in diesem Jahr mehrfach. Im Jahresrückblick berichteten Mitglieder von brenzligen Situationen, aus denen sie glücklicherweise gesund zurückgekommen sind, aber auch von einem Unfall mit einer Schnittwunde. Der stellvertretende Löschzugführer Volker Hegemann analysierte die Unfallsituation und zog, einen Schluss, der in der Feuerwehr keine Neuheit ist: „Wir müssen uns möglichst gut auf die unterschiedlichsten Einsatzsituationen vorbereiten und dazu braucht es gute Ausbildung“. Unter guter Ausbildung versteht der andere stellvertretende Löschzugführer Daniel Niemeier viel Training in realistischen Szenarien sowie eine gute Verknüpfung von Theorie und Praxis. Hegemann gab einen Überblick über die Ausbildung im Standort, auf Stadt- und Kreisebene sowie am Institut der Feuerwehr in Münster. Sie deckt die ganze Vielfalt des Feuerwehrdienstes ab. Besonders erfreulich sei es aber, dass vier junge Feuerwehrleute  ihre Grundausbildung absolvierten und es auch einen neuen Atemschutzgeräteträger gibt. Der Nachwuchs ist besonders wichtig. Daher informierten Mitglieder der Jugendfeuerwehr, was sie bereits über die Feuerwehr lernen und die attraktive Freizeitgestaltung, die das Team um die Jugendwarte Mathias Petermann und Annemarie Coring organisieren. Jugendwarte und Löschzugführung arbeiten gemeinsam daran, den Übergang zwischen Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung reibungslos zu gestalten. Ab 16 Jahren dürfen die Jugendfeuerwehrleute an Übungsdiensten der Einsatzabteilung teilnehmen und  es ist zur Selbstverständlichkeit geworden, dass sie bei jedem Dienst von einer erfahrenen Einsatzkraft begleitet werden.

Unter den 56 Einsätzen blieben den Mitgliedern ein Spänebunkerbrand besonders in Erinnerung. Über 10 Stunden war die Feuerwehr vor Ort erläuterte Löschzugführer Michael Kolpak. Humorvorvoll fügt er hinzu: „Der kürzeste Einsatz dauerte 15 Sekunden!“. Kolpak erinnert an das 125-jährige Bestehen des Löschzugs und gibt einen Überblick über Statistik und „Vereinsleben“. Dies wird vor allem vom „Festausschuss“ organisiert, worüber Mathias Petermann informierte. Dass die traditionsreiche Feuerwehr sich immer weiter entwickelt, zeigt auch Oliver Schniers Engagement: Er hat gemeinsam mit dem Löhne Bahnhofer Christian Meier ein Team zur „Psychosozialen Unterstützung“ auf den Weg gebracht. Es steht zur Verfügung, um Feuerwehrleute bei traumatisierenden Ereignissen zur Seite zu stehen.

Neben Ausbildung trägt gute Ausrüstung zum Erfolg der Feuerwehr bei. Die Leitung der Feuerwehr stellte in Aussicht, dass noch im Spätsommer mit einem neuen Löschfahrzeug, ein TLF 3000 mit 4000 L Wasser und einer Gruppenkabine zu erwarten sei. Außerdem begönnen bald die Planungen für einen Gerätewagen „Logistik“ mit Rüstkomponenten für die „Technische Hilfeleistung“. Mittelfristig wird es aber auch große räumliche Veränderungen geben: Bürgermeister Bernd Poggemöller informierte über den Planungsstand zum Neubau des Gohfeld Witteler Feuerwehrhauses. Dies ist notwendig, da die Standorte in Gohfeld und auf dem Wittel in die Jahre gekommen sind, zu klein sind und den modernen Ansprüchen des Feuerwehrdienstes nicht mehr genügen. Außerdem wünschen sich alle Mitglieder der ehemaligen Löschgruppen Wittel und Gohfeld, die vor zwei Jahren zu einem Löschzug fusionierten, endlich eine gemeinsame Unterkunft, um weiter zusammenzuwachsen. Viele logistische Probleme werden durch ein zentrales Feuerwehrhaus im Einsatzbezirk gelöst.

Höhepunkt der Veranstaltung waren Ehrungen und Beförderungen, die der Leiter der Feuerwehr, Stadtbrandinspektor Ralf Krause übernahm. Dabei beförderte er den Kameraden Jens Müller in die Ehrenabteilung. Manuel Tiegel wurde in die Feuerwehr aufgenommen.

Da das Engagement in der Feuerwehr viel Zeit benötigt und manchmal eben auch Risiken und ungewisse Stunden mit sich bringt, bedankte Michael Kolpak sich besonders bei den Angehörigen.

 

Beförderungen:

  • Feuerwehrfrau: Karolina Wüllner
  • Feuerwehrmann: Jakob Stintmann, Christopher Woodward
  • Unterbrandmeister: Julian Wehking
  • Brandmeister: Mathias Petermann
  • Hauptbrandmeister: Sven Hofmann
  • Brandinspektor: Volker Hegemann, Daniel Niemeier

 

Ehrungen des Verbandes der Feuerwehren in NRW:

  • Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25-jährige Mitgliedschaft: Nico Petermann
  • Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold für 35-jährige Mitgliedschaft: Volker Hegemann

Interne Ehrungen

10 Jahre: Michael Kolpak

20 Jahre: Annemarie Coring

30 Jahre: Dennis Flottmann

50 Jahre: Elmar Settnik

60 Jahre: Warnfried Heynemann, Kurt Brackmann

 

Bericht: Volker Hegemann

Bilder: Bianca Marie Dahle/Annemarie Coring

 

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